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#112 | 08.01.2026

Worum geht's?

Die Studie beschäftigt sich mit der Entwicklung von Resilienz und der Angst vor dem Tod bei Pflegefachpersonen während der ersten drei Jahre ihrer Ausbildung. Sie untersucht, wie sich diese beiden Faktoren im Verlauf der Ausbildung verändern, ob es Unterschiede in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht gibt und in welchem Zusammenhang sie zueinander stehen. 

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Der Umgang mit Tod und Sterben ist in der Pflege von zentraler Bedeutung, weil Pflegefachpersonen Menschen in existenziellen Lebenssituationen begleiten und dabei häufig näher am Lebensende sind als andere Berufsgruppen im Gesundheitswesen. Tod und Sterben sind keine seltenen Ausnahmeereignisse, sondern gehören insbesondere in der Akutversorgung, der Langzeitpflege, der Onkologie und der Palliativversorgung zum pflegerischen Alltag. Pflegehandeln in diesen Situationen hat unmittelbaren Einfluss auf das Erleben der betroffenen Menschen, auf ihre Würde, ihr Wohlbefinden und ihre Möglichkeit, Abschied zu nehmen. Aus pflegewissenschaftlicher Perspektive ist der professionelle Umgang mit Tod und Sterben eng mit dem Verständnis von Pflege als ganzheitlicher, beziehungsorientierter Praxis verknüpft. Pflege beschränkt sich nicht auf körperbezogene Interventionen, sondern umfasst auch emotionale, psychosoziale und spirituelle Dimensionen. Am Lebensende treten diese Dimensionen besonders deutlich hervor. Pflegefachpersonen sind gefordert, Symptome zu lindern, Sicherheit zu vermitteln und zugleich Raum für Angst, Trauer und Unsicherheit zu lassen. Die Art und Weise, wie Sterben begleitet wird, prägt nicht nur die Erfahrung der sterbenden Person, sondern auch die der Angehörigen nachhaltig. Gleichzeitig hat der Umgang mit Tod und Sterben eine hohe Relevanz für die Gesundheit der Pflegenden selbst. Wiederholte Konfrontationen mit Leid, Verlust und Endlichkeit können emotional belastend sein und zu Erschöpfung, moralischem Distress oder langfristigen psychischen Belastungen beitragen, wenn sie nicht professionell reflektiert und verarbeitet werden. Studien zeigen, dass fehlende Vorbereitung, geringe Unterstützung im Team und mangelnde institutionelle Strukturen den Umgang mit Tod erschweren. Umgekehrt können Wissen über Sterbeprozesse, kommunikative Kompetenz und Möglichkeiten zur Reflexion die Resilienz von Pflegefachpersonen stärken. Darüber hinaus ist der Umgang mit Tod und Sterben ein Ausdruck professioneller Pflegequalität und ethischer Haltung. Fragen nach Autonomie, Würde, Entscheidungsfindung und angemessener Versorgung am Lebensende sind zentrale pflegeethische Themen. Pflegefachpersonen nehmen hier eine vermittelnde Rolle ein zwischen Patient:innen, Angehörigen und anderen Berufsgruppen. Ein reflektierter und kompetenter Umgang mit Tod und Sterben trägt dazu bei, Überversorgung zu vermeiden, Leiden zu lindern und eine Versorgung zu gestalten, die sich an den Bedürfnissen und Werten der betroffenen Menschen orientiert. Damit ist dieses Thema nicht nur individuell bedeutsam, sondern auch ein wesentlicher Bestandteil professioneller Pflege und pflegewissenschaftlicher Weiterentwicklung. 

Was war das Ziel der Studie?

Ziel der Studie war es, zu analysieren, wie sich Resilienz und die Angst vor dem Tod bei Pflegefachpersonen in Ausbildung entwickeln und ob sie miteinander korrelieren. Dabei wurde besonderer Fokus darauf gelegt, ob Alter und Geschlecht die Ausprägung dieser Merkmale beeinflussen.