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#125 | 09.04.2026

Worum geht's?

Die Studie untersucht die Wirkung einer frühzeitigen rehabilitativen Pflege bei Patient:innen mit einem Schädelhirntrauma unter Einbezug der Selbstpflegetheorie nach Orem. Dabei wird analysiert, ob diese pflegerische Herangehensweise motorische Funktionen und die Fähigkeit zur Alltagsbewältigung verbessert. Im Zentrum steht der Vergleich zwischen einer herkömmlichen Frührehabilitation und einer theoriegeleiteten Pflegeintervention.

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Die Selbstpflegetheorie nach Dorothea Orem beschreibt Pflege als Unterstützung von Patient:innen, wenn sie ihre eigenen Bedürfnisse nicht mehr ausreichend selbst erfüllen können. Im Mittelpunkt steht die Annahme, dass Menschen grundsätzlich fähig und motiviert sind, für sich selbst zu sorgen, also sogenannte Selbstpflege zu betreiben. Diese umfasst alle Aktivitäten, die zur Erhaltung von Leben, Gesundheit und Wohlbefinden notwendig sind. Orem unterscheidet dabei zwischen dem Selbstpflegebedarf und der Selbstpflegefähigkeit. Wenn ein Ungleichgewicht entsteht, also wenn Patient:innen nicht mehr in der Lage sind, ihren Bedarf eigenständig zu decken, spricht man von einem Selbstpflegedefizit. In diesem Fall wird Pflege notwendig. Die Aufgabe von Pflegefachpersonen besteht dann darin, die Selbstständigkeit der Patient:innen zu fördern, zu erhalten oder wiederherzustellen. Die Theorie beschreibt außerdem drei Pflegesysteme, die je nach Grad der Selbstständigkeit angewendet werden. Im vollständig kompensatorischen System übernehmen Pflegende die Pflege komplett, im teilweise kompensatorischen System unterstützen sie die Patient:innen bei bestimmten Tätigkeiten und im unterstützend edukativen System steht die Anleitung und Beratung im Vordergrund, damit Patient:innen ihre Selbstpflege wieder eigenständig durchführen können. 

Was war das Ziel der Studie?

Ziel der Studie ist es zu prüfen, ob eine frühzeitige Rehabilitation, die sich an der Selbstpflegetheorie orientiert, bessere Ergebnisse erzielt als eine Standardversorgung. Dabei sollen insbesondere motorische Fähigkeiten, neurologische Funktionen und die Selbstständigkeit im Alltag verbessert werden. Zusätzlich wird untersucht, ob sich Zufriedenheit und Mitarbeit der Patient:innen durch diese Pflegeform steigern lassen.