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#124 | 02.04.2026

Worum geht's?

Die Studie beschäftigt sich mit pflegerischen Interventionen zur Prävention von ICU-acquired weakness bei kritisch kranken Patient:innen auf Intensivstationen. Dabei handelt es sich um eine häufige Komplikation, die mit Muskelschwäche, längerer Beatmung und schlechteren Langzeitprognosen verbunden ist. Im Fokus stehen Maßnahmen, die durch Pflegefachpersonen umgesetzt werden können, um diese Komplikation zu verhindern. 

Was war das Ziel der Studie?

Ziel der Studie ist es, vorhandene evidenzbasierte und theoriegeleitete pflegerische Interventionen systematisch zusammenzufassen und deren Wirksamkeit zu bewerten. Dabei werden insbesondere Effekte auf die Häufigkeit von ICU-acquired weakness, Delir, sowie die Dauer des Krankenhausaufenthalts untersucht. Zusätzlich soll ein Überblick über geeignete Interventionen für die klinische Praxis geschaffen werden. 

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Die ICU Acquired Weakness ist eine häufige Komplikation bei Patient:innen, die über längere Zeit auf einer Intensivstation behandelt werden. Dabei kommt es zu einer generalisierten Muskelschwäche, die nicht durch eine andere neurologische Erkrankung erklärbar ist, sondern im Zusammenhang mit der kritischen Erkrankung und der intensivmedizinischen Therapie entsteht. Ursächlich sind meist mehrere Faktoren gleichzeitig beteiligt. Dazu zählen eine schwere Entzündungsreaktion im Körper, wie sie beispielsweise bei einer Sepsis auftritt, eine längere Immobilisation im Bett, der Einsatz bestimmter Medikamente wie Kortikosteroide oder Muskelrelaxantien sowie eine länger andauernde künstliche Beatmung. Diese Einflüsse führen dazu, dass sowohl die Muskulatur als auch die peripheren Nerven geschädigt werden können. Klinisch zeigt sich die ICU Acquired Weakness durch eine symmetrische, schlaffe Muskelschwäche, die vor allem die Extremitäten betrifft. Häufig fällt auf, dass Patient:innen Schwierigkeiten haben, sich zu bewegen oder selbstständig zu atmen, was das Entwöhnen von der Beatmung erschwert. Auch Reflexe können abgeschwächt sein. Die Diagnose wird in erster Linie klinisch gestellt, häufig ergänzt durch elektrophysiologische Untersuchungen. Wichtig ist, andere Ursachen für die Muskelschwäche auszuschließen. Die Behandlung besteht vor allem in unterstützenden Maßnahmen. Eine frühzeitige Mobilisation, Physiotherapie und Ergotherapie spielen eine zentrale Rolle. Zudem wird versucht, Risikofaktoren zu minimieren, etwa durch eine möglichst schonende Sedierung und den gezielten Einsatz von Medikamenten. Die Prognose ist unterschiedlich. Bei vielen Patient:innen bessert sich die Muskelschwäche im Verlauf von Wochen bis Monaten, in schweren Fällen können jedoch langfristige Einschränkungen bestehen bleiben.