Die Datenlage zu Stürzen in deutschen Krankenhäusern ist nicht einheitlich, da es keine zentrale, jährlich veröffentlichte Gesamtzahl aller Sturzereignisse gibt. Stattdessen werden Sturzraten meist als Prozentsätze oder Ereignisse pro Patient:innen angegeben. Dennoch lassen sich aus Studien und Hochrechnungen plausible Größenordnungen ableiten. In Deutschland werden pro Jahr etwa 17,5 Millionen Patient:innen stationär im Krankenhaus behandelt. Eine
Studie aus dem Jahr 2004 zeigte, dass 3,1 der untersuchten Patient:innen während ihres Krankenhausaufenthaltes mindestens einmal stürzten. Überträgt man diese Rate auf alle Krankenhausaufenthalte, ergibt sich eine grobe Größenordnung von etwa 500.000 bis 600.000 Sturzereignissen pro Jahr in deutschen Krankenhäusern. Diese Zahl ist eine Näherung, da einzelne Patient:innen mehrfach stürzen können und nicht alle Ereignisse erfasst werden. Zusätzlich zeigen internationale
Vergleichswerte, dass etwa 12 von 1.000 Patient:innen pro Tag im Krankenhaus stürzen, was diese Größenordnung grundsätzlich stützt. Die Spannbreite ist allerdings groß: Je nach Fachbereich und Patient:innenstruktur liegt der Anteil der Gestürzten zwischen etwa 3 % und bis zu 37 % , wobei hohe Werte vor allem in geriatrischen oder rehabilitativen Settings auftreten. Ein erheblicher Teil der Stürze bleibt ohne schwere Folgen, aber rund 17 % führen zu behandlungsbedürftigen Verletzungen . Für Intensivstationen existieren deutlich weniger spezifische Zahlen. Generell gilt, dass Patient:innen auf Intensivstationen häufiger immobilisiert, sediert oder überwacht sind, wodurch klassische Sturzereignisse seltener auftreten als auf Normalstationen. Studien zeigen jedoch, dass Stürze auch dort vorkommen, etwa im Zusammenhang mit Delir, Mobilisationsmaßnahmen oder Eigenmobilisation. Genaue nationale Jahreszahlen für Intensivstationen in Deutschland werden nicht routinemäßig berichtet. Aus internationalen Studien lässt sich ableiten, dass die Sturzraten auf Intensivstationen deutlich unter denen von Normalstationen liegen, typischerweise im Bereich von unter 1 % der Patient:innen, womit sich grob geschätzt nur ein kleiner Anteil (einige Tausend bis wenige Zehntausend Fälle jährlich) auf Intensivstationen ereignet. Eine belastbare, deutschlandweite absolute Zahl fehlt jedoch.