Worum geht's?
Die Studie beschäftigt sich mit den Erfahrungen von Patient:innen, die auf einer Intensivstation intubiert und gleichzeitig bei Bewusstsein waren. Obwohl die mechanische Beatmung lebensrettend ist, erleben viele Betroffene dabei körperliche, psychische und kommunikative Belastungen. Besonders problematisch ist, dass sie aufgrund des Tubus nicht sprechen können und dadurch Schwierigkeiten haben, ihre Bedürfnisse zu äußern. Die Forschenden wollten verstehen, wie diese Situation aus Sicht der Betroffenen erlebt wird. Dabei steht die subjektive Wahrnehmung der Patient:innen im Mittelpunkt. Durch dieses Verständnis sollen Pflegefachpersonen und andere Berufsgruppen besser auf die Bedürfnisse dieser Patient:innen eingehen können.
Was war das Ziel der Studie?
Das Ziel der Studie war es, die gelebten Erfahrungen von bewusst intubierten Patient:innen auf Intensivstationen zu untersuchen. Die Forschenden wollten herausfinden, welche Belastungen und Herausforderungen diese Patient:innen während der Intubation erleben. Gleichzeitig sollte analysiert werden, wie sie mit dieser Situation umgehen und welche Anpassungsstrategien sie entwickeln.
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Auf Intensivstationen wird heute häufig angestrebt, Patient:innen mit einem einliegenden Tubus möglichst wach oder nur leicht sediert zu halten. Der Grund dafür ist, dass eine tiefe Sedierung mit verschiedenen Risiken verbunden ist und sich ein wacherer Zustand in vielen Fällen positiv auf den Verlauf der Behandlung auswirkt. Ein wichtiger Vorteil ist, dass wache Patient:innen besser an der Atmung teilnehmen können. Auch wenn sie über ein Beatmungsgerät unterstützt werden, können sie oft teilweise spontan mitatmen. Das unterstützt die Lungenfunktion und erleichtert später das Abtrainieren der Beatmung, also das sogenannte Weaning. Daher ist das Ziel auf Intensivstationen häufig, Patient:innen nur so stark zu sedieren wie unbedingt nötig und sie ansonsten möglichst wach zu halten. Ein weiterer Grund betrifft Komplikationen durch tiefe Sedierung. Wenn Patient:innen lange stark sediert oder immobil sind, steigt das Risiko für Delir, Muskelschwäche und langfristige körperliche sowie kognitive Einschränkungen nach dem Intensivaufenthalt. Konzepte wie die „wache und aktive Intensivstation“ versuchen deshalb, Patient:innen wach zu halten, früh zu mobilisieren und aktiv in die Behandlung einzubeziehen. Diese Strategien können Delir, Immobilität und langfristige Folgen wie das Post-Intensive-Care-Syndrom reduzieren. Darüber hinaus erleichtert ein wacher Zustand die neurologische Beurteilung. Pflegefachpersonen und Ärzt:innen können den Bewusstseinszustand, Schmerzen, Angst oder neurologische Veränderungen besser beurteilen, wenn Patient:innen ansprechbar sind. Außerdem können Patient:innen durch Gesten, Schreiben oder Kommunikationshilfen mitteilen, wie es ihnen geht oder ob sie Beschwerden haben.