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#123 | 26.03.2026

Worum geht's?

Die Studie beschäftigt sich mit Gewalt und Aggression gegenüber Pflegefachpersonen im Arbeitskontext und untersucht, welche Faktoren solche Ereignisse begünstigen. Dabei werden sowohl Übergriffe durch Patient:innen, Angehörige oder Besucher:innen als auch sogenannte horizontale Gewalt innerhalb des Teams betrachtet. Ziel ist es, ein umfassendes Bild dieses weit verbreiteten Problems im Gesundheitswesen zu zeichnen. 

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Gewalt gegenüber Pflegefachpersonen in deutschen Krankenhäusern ist ein relevantes und zunehmend sichtbares Problem. Studien und Befragungen zeigen, dass ein großer Teil der Beschäftigten im Gesundheitswesen im Laufe ihres Berufslebens mit Gewalt konfrontiert wird. Je nach Untersuchung berichten etwa 60 bis 80 Prozent der Pflegekräfte, dass sie bereits verbale Gewalt wie Beleidigungen oder Drohungen erlebt haben. Körperliche Übergriffe sind seltener, kommen aber ebenfalls häufig vor. Hier geben ungefähr 20 bis 40 Prozent der Befragten an, schon einmal körperliche Gewalt durch Patientinnen, Patienten oder deren Angehörige erfahren zu haben. Diese Vorfälle treten nicht nur vereinzelt auf, sondern gehören für viele Pflegefachpersonen zum Arbeitsalltag. Besonders häufig kommt es in Notaufnahmen, psychiatrischen Einrichtungen und geriatrischen Abteilungen zu Übergriffen, da dort Patientinnen und Patienten oft unter Stress, Schmerzen, Angst oder kognitiven Einschränkungen leiden. Auch Alkohol oder Drogen können eine Rolle spielen. Offizielle Statistiken erfassen das Ausmaß nur teilweise, da viele Vorfälle nicht gemeldet werden. Es wird davon ausgegangen, dass die Dunkelziffer erheblich ist.

Was war das Ziel der Studie?

Ziel der Studie ist es, Prädiktoren sowie Folgen von Gewalt und Aggression gegenüber Pflegefachpersonen in unterschiedlichen Versorgungskontexten zu identifizieren. Darüber hinaus sollen auch physische, psychische sowie organisatorische Konsequenzen beschrieben werden. Die Ergebnisse sollen eine Grundlage für Präventions- und Interventionsmaßnahmen liefern.