Worum geht's?
Die Studie beschäftigt sich mit der Frage, ob evidenzbasierte pflegerische Maßnahmen die Risiken einer Polypharmazie bei älteren Patient:innen reduzieren können, die sich einer Cholezystektomie unterziehen. Gerade ältere Menschen weisen häufig mehrere chronische Erkrankungen auf und nehmen dauerhaft verschiedene Medikamente ein. Dadurch steigen unter anderem die Risiken für Medikationsfehler, unerwünschte Arzneimittelwirkungen und eine unzureichende Medikamentenadhärenz.
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Von
Polypharmazie beziehungsweise Multimedikation spricht man in der Regel, wenn Patient:innen dauerhaft fünf oder mehr Medikamente gleichzeitig einnehmen. Diese Grenze ist in der wissenschaftlichen Literatur am weitesten verbreitet. Auch die deutsche S3 Leitlinie zur Multimorbidität beschreibt Multimedikation als die dauerhafte Einnahme von mindestens fünf Medikamenten. Eine einheitliche internationale Definition existiert allerdings nicht. Eine systematische Übersichtsarbeit von
Masnoon et al. (2017), die 110 Studien untersuchte, zeigte Definitionen von zwei bis zu elf oder mehr gleichzeitig eingenommenen Medikamenten. Am häufigsten wurde Polypharmazie jedoch als Einnahme von mindestens fünf Medikamenten definiert. Wichtig ist außerdem, dass Polypharmazie nicht automatisch eine unangemessene Arzneimitteltherapie bedeutet. Bei Patient:innen mit mehreren Erkrankungen können fünf oder mehr Medikamente medizinisch notwendig und sinnvoll sein. Problematisch wird die Polypharmazie insbesondere dann, wenn Medikamente keine ausreichende Indikation mehr haben, sich ungünstig beeinflussen oder das Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen steigt. Deshalb sollte neben der Anzahl der Medikamente immer geprüft werden, ob die gesamte Medikation für die jeweilige Person angemessen ist.
Was war das Ziel der Studie?
Ziel der Studie war es zu untersuchen, wie wirksam eine strukturierte evidenzbasierte Pflege bei der Reduzierung von Risiken durch Polypharmazie ist. Dabei interessierte die Forschenden insbesondere, ob sich das Wissen über Medikamente, die Fähigkeit zum selbstständigen Medikamentenmanagement und die Medikamentenadhärenz verbessern lassen. Zusätzlich wurde untersucht, ob Medikationsfehler, unerwünschte Arzneimittelwirkungen und potenzielle Gefährdungen reduziert werden können.