🗓️
#146 | 03.09.2026

Worum geht's?

Die Studie beschäftigt sich mit der Frage, welche Maßnahmen der Mundpflege bei Menschen mit oropharyngealer Dysphagie wirksam sind. Im Mittelpunkt stehen dabei mögliche Auswirkungen auf die Mundgesundheit, schluckbezogene Ergebnisse und insbesondere das Auftreten einer Aspirationspneumonie. Hintergrund ist, dass bislang keine eindeutige Best Practice für die Mundpflege bei Menschen mit oropharyngealer Dysphagie etabliert ist. 

💡
Eine oropharyngeale Dysphagie ist eine Schluckstörung, bei der die Aufnahme, Vorbereitung oder der Transport von Nahrung, Flüssigkeit oder Speichel vom Mund durch den Rachen bis zum Eingang der Speiseröhre beeinträchtigt ist. Betroffen sind damit vor allem die orale und pharyngeale Phase des Schluckvorgangs. Charakteristisch können Schwierigkeiten beim Einleiten des Schluckens, eine verzögerte Schluckreaktion, verbleibende Nahrungsreste im Mund oder Rachen sowie Husten oder Räuspern während oder nach dem Schlucken sein. Auch eine feucht oder gurgelnd klingende Stimme nach dem Schlucken kann auf eine Schluckstörung hinweisen. Der normale Schluckvorgang ist ein komplexer neuromuskulärer Prozess, an dem zahlreiche Muskelgruppen sowie zentrale und periphere Nervenstrukturen beteiligt sind. Während der oropharyngealen Phase wird der Nahrungsbolus durch die Mundhöhle in Richtung Rachen transportiert. Gleichzeitig muss der Atemweg geschützt werden, damit Nahrung, Flüssigkeit oder Speichel nicht in den Kehlkopf beziehungsweise in die tieferen Atemwege gelangen. Ist diese Koordination beeinträchtigt, kann es zu einer Penetration oder Aspiration kommen. Besonders problematisch ist eine stille Aspiration, bei der Material in die Atemwege gelangt, ohne dass Betroffene mit Husten oder anderen erkennbaren Schutzreaktionen reagieren. Oropharyngeale Dysphagien können unterschiedliche Ursachen haben. Besonders häufig treten sie im Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen auf, beispielsweise nach einem Schlaganfall, bei Morbus Parkinson, Demenz oder neuromuskulären Erkrankungen. Daneben können strukturelle Veränderungen im Bereich von Mund, Rachen oder Kehlkopf, Tumorerkrankungen sowie deren Behandlung eine Rolle spielen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko ebenfalls, insbesondere wenn mehrere Erkrankungen gleichzeitig bestehen.

Was war das Ziel der Studie?

Ziel der Studie war es, die vorhandene wissenschaftliche Literatur zu Mundpflegeinterventionen bei Kindern und Erwachsenen mit oropharyngealer Dysphagie systematisch zusammenzufassen. Dabei untersuchten die Autor:innen, welchen Einfluss diese Interventionen auf schluckbezogene Outcomes, die Häufigkeit von Aspirationspneumonien und den Zustand der Mundgesundheit haben. Auf dieser Grundlage sollte eingeschätzt werden, welche Maßnahmen besonders erfolgversprechend sind und welche Erkenntnisse für eine Best Practice noch fehlen.