Worum geht's?
Die Studie beschäftigt sich mit Menschen mit benignem paroxysmalem Lagerungsschwindel, kurz BPPV. Untersucht wird, ob gezielte Interventionen durch Pflegefachpersonen, bestehend aus dem Epley Manöver sowie einer Schulung zu sicheren Bewegungen und zur Sturzprävention, die körperliche Leistungsfähigkeit und das Gleichgewicht verbessern können. Im Mittelpunkt steht damit die Frage, welchen eigenständigen Beitrag Pflegefachpersonen zur funktionellen Stabilisierung und zur Reduktion des Sturzrisikos bei BPPV leisten können.
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Das
Epley Manöver ist ein therapeutisches Lagerungsmanöver zur Behandlung des benignen paroxysmalen Lagerungsschwindels, kurz BPLS oder BPPV. Es wird insbesondere eingesetzt, wenn der hintere Bogengang des Innenohrs betroffen ist. Beim BPPV haben sich kleine Kalziumkarbonatkristalle, sogenannte Otokonien, aus dem Bereich des Utriculus gelöst und sind in einen Bogengang gelangt. Bei bestimmten Kopfbewegungen bewegen sich diese Partikel innerhalb des Bogengangs und führen zu einer fehlerhaften Reizung des Gleichgewichtsorgans. Typisch sind kurze, heftige Drehschwindelattacken, beispielsweise beim Hinlegen, Umdrehen im Bett oder beim Blick nach oben. Das Ziel des Epley Manövers besteht darin, die frei beweglichen Otokonien durch eine gezielte Abfolge verschiedener Kopf und Körperpositionen aus dem betroffenen hinteren Bogengang zurück in den Utriculus zu bewegen. Dort lösen sie keine für den BPPV typischen Schwindelattacken mehr aus. Das Manöver behandelt damit nicht lediglich das Symptom Schwindel, sondern setzt am zugrunde liegenden mechanischen Problem des BPPV an. Vor der Durchführung wird zunächst festgestellt, welches Ohr und welcher Bogengang betroffen sind. Dabei achten Untersucher:innen insbesondere auf das Auftreten des typischen Schwindels und eines charakteristischen Nystagmus. Die korrekte Diagnostik ist wichtig, da für einen BPPV des horizontalen Bogengangs andere Lagerungsmanöver erforderlich sind. Beim Epley Manöver für den hinteren Bogengang sitzen Patient:innen zunächst aufrecht. Der Kopf wird etwa 45 Grad zur betroffenen Seite gedreht. Anschließend werden die Patient:innen zügig in Rückenlage gebracht, wobei der Kopf leicht nach hinten überstreckt bleibt. Diese Position wird für eine gewisse Zeit gehalten. Danach wird der Kopf ungefähr 90 Grad zur Gegenseite gedreht. Im nächsten Schritt drehen sich Patient:innen weiter auf die nicht betroffene Seite, sodass der Kopf beziehungsweise die Nase schräg in Richtung Unterlage zeigt. Abschließend richten sich die Patient:innen wieder zum Sitzen auf. Durch diese aufeinanderfolgenden Positionsänderungen sollen die Otokonien der Schwerkraft folgend schrittweise durch den Bogengang in Richtung Utriculus transportiert werden. Während des Manövers können vorübergehend deutlicher Drehschwindel, Nystagmus oder Übelkeit auftreten.
Was war das Ziel der Studie?
Ziel der Studie war es, die Wirksamkeit von durch Pflegefachpersonen durchgeführten Interventionen bei Patient:innen mit BPPV zu untersuchen. Dabei sollte insbesondere festgestellt werden, ob sich die körperliche Leistungsfähigkeit und das funktionelle Gleichgewicht durch die Kombination aus Epley Manöver, Bewegungsberatung und Sturzprävention verbessern. Zusätzlich untersuchten die Autor:innen, ob soziodemografische und klinische Merkmale mit der körperlichen Leistungsfähigkeit beziehungsweise dem Sturzrisiko zusammenhängen.