Worum geht's?
Die systematische Übersichtsarbeit befasst sich mit Interventionen, die den Zugang zur gesundheitlichen Versorgung sowie die Versorgungserfahrungen von Menschen mit Autismus verbessern sollen. Hintergrund ist, dass autistische Menschen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung häufiger gesundheitliche Probleme aufweisen, eine höhere Sterblichkeit haben und gleichzeitig zahlreiche Barrieren beim Zugang zum Gesundheitssystem erleben. Die Autor:innen fassen erstmals systematisch zusammen, welche Maßnahmen bisher wissenschaftlich untersucht wurden und welche Wirksamkeit diese Interventionen zeigen.
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Der Begriff Autismus leitet sich vom griechischen Wort autos ab, was „selbst“ bedeutet. Er wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von dem Schweizer Psychiater Eugen Bleuler geprägt. Bleuler verwendete den Begriff zunächst, um bei Menschen mit Schizophrenie eine starke Hinwendung zur eigenen Gedankenwelt und einen Rückzug von der äußeren Realität zu beschreiben. Erst später wurde der Begriff unabhängig davon für das heute als Autismus Spektrum Störung bezeichnete neuroentwicklungsbedingte Störungsbild verwendet. Maßgeblich dazu beigetragen hat Leo Kanner, der 1943 erstmals Kinder mit charakteristischen Merkmalen des frühkindlichen Autismus wissenschaftlich beschrieb. Unabhängig davon veröffentlichte Hans Asperger 1944 seine Beschreibung von Kindern mit besonderen sozialen und kommunikativen Merkmalen sowie spezifischen Interessen. Heute beschreibt der Begriff Autismus keine Abkehr von der Umwelt oder ein Leben „in der eigenen Welt“, sondern eine lebenslang bestehende neurologische Entwicklungsvariante, die sich insbesondere auf die soziale Kommunikation, soziale Interaktion sowie auf Verhaltensweisen, Interessen und sensorische Wahrnehmung auswirkt. Menschen mit Autismus unterscheiden sich dabei erheblich in ihren Fähigkeiten, Unterstützungsbedarfen und individuellen Ausprägungen. Deshalb wird heute von einer Autismus Spektrum Störung gesprochen, um die große Vielfalt der Erscheinungsformen zu verdeutlichen.
Was war das Ziel der Studie?
Ziel der Studie war es, vorhandene wissenschaftliche Untersuchungen zu Interventionen systematisch auszuwerten, die darauf abzielen, die gesundheitliche Versorgung oder den Zugang zur Versorgung für Menschen mit Autismus zu verbessern. Dabei sollte nicht nur erfasst werden, welche Interventionen existieren, sondern auch, auf welche Zielgruppen sie sich richten, wie ihre Wirksamkeit überprüft wurde und welche Ergebnisse erzielt wurden. Die Übersichtsarbeit soll damit eine wissenschaftliche Grundlage für zukünftige Forschung sowie für die Entwicklung wirksamer Versorgungsstrategien schaffen.