- Peter Nydahl erhält den Deutschen Pflegepreis 2024 für seine Intensivpflege-Forschung.
- Nach dem Ampel-Aus drohen Pflegekompetenz- und Pflegefachassistenzgesetz auf der Strecke zu bleiben.
- Pflegeverbände warnen vor parteitaktischem Stillstand bis zu den Neuwahlen.
Außerdem sei euch die 150. Folge der Übergabe: Live vom Deutschen Pflegetag mit Christel Bienstein zum Thema "Was steht auf der pflegepolitischen Agenda?" ans Herz gelegt.
Viel Spaß mit dieser Folge und den weiteren vom Deutschen Pflegetag.
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Diese Folge fällt bewusst kurz aus: Rund um den Deutschen Pflegetag 2024 ist bereits viel Material entstanden, und pflegepolitisch herrscht nach dem Bruch der Regierungskoalition vor allem Unsicherheit. Zwei Meldungen lohnen aber den genaueren Blick – eine Auszeichnung und eine eindringliche Warnung aus den Pflegeverbänden.
Deutscher Pflegepreis 2024 geht an Intensivpflege-Forscher Peter Nydahl
Den Deutschen Pflegepreis hat in diesem Jahr Peter Nydahl erhalten – Pflegewissenschaftler und Intensivpflegefachperson am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Ausgezeichnet wurde damit eine Arbeit, die in der Akutpflege längst zum festen Repertoire gehört, deren Ursprünge aber oft nicht mehr bewusst sind.
Nydahls Schwerpunkte liegen in Themen, die den Alltag auf Intensivstationen unmittelbar prägen: die frühe Mobilisierung kritisch kranker Patient:innen, das Delirmanagement und die Intensivtagebücher, mit denen Betroffene und Angehörige die oft lückenhafte Zeit der Behandlung später nachvollziehen können. Aus der Würdigung durch den Deutschen Pflegerat geht hervor, dass diese Beiträge die Versorgung auf Intensivstationen nachhaltig verändert und verbessert haben.
Für dich als Pflegefachperson zeigt der Preis, wie eng pflegewissenschaftliche Forschung und praktische Versorgung zusammenhängen – und wie aus einzelnen Fragestellungen Standards werden können. Wie nah das an der täglichen Arbeit liegt, machen auch scheinbar kleine, aber belastende Symptome wie das Durstgefühl bei Patient:innen auf der Intensivstation deutlich, das in der Versorgung lange unterschätzt wurde.
Nach dem Koalitionsbruch: Pflegeverbände bangen um Pflegekompetenz- und Pflegefachassistenzgesetz
Die zweite Meldung war zum Zeitpunkt der Folge brandaktuell: Das Scheitern der Regierungskoalition im November 2024 wurde in der Pflegebranche mit großer Sorge aufgenommen. Mehrere Pflegeverbände forderten die Politik auf, die zentralen Gesetzesvorhaben nicht weiter aufzuschieben – darunter das geplante Pflegekompetenzgesetz und das Gesetz zur Pflegefachassistenz.
Besonders deutlich wurde die Vereinigung der Pflegenden in Bayern. Ihre Präsidentin warnte davor, dass die Pflegepolitik zum Spielball parteitaktischer Interessen werde – und dass am Ende die beruflich Pflegenden und die Patient:innen die Leidtragenden wären. Kritik richtete sich dabei auch an die Union, die angekündigt hatte, mit ihren Stimmen keine weiteren gesundheitspolitischen Gesetze mehr durch den Bundestag bringen zu wollen.
Der Referentenentwurf des Pflegekompetenzgesetzes hätte beruflich Pflegenden mehr eigenständige Befugnisse eröffnen können – etwa bei der Übernahme heilkundlicher Tätigkeiten. Mit dem absehbaren Weg in Neuwahlen drohte zum Zeitpunkt der Folge jedoch ein längerer Stillstand: Viele dieser Vorhaben standen damals in den Sternen, eine Weiterbearbeitung war bis zur Wahl kaum zu erwarten. Wie sich die Lage tatsächlich entwickelt hat, lässt sich erst in den folgenden Episoden nachvollziehen.
Auf dem Deutschen Pflegetag selbst war diese Hängepartie bereits spürbar: Die Parteien nutzten die Bühne erkennbar zum Wahlkampf, und in den Gesprächen ging es ebenso um Befürchtungen wie um die Hoffnung, einzelne Reformen doch noch über die Ziellinie zu bringen. Ausführliche Stimmen dazu – unter anderem mit Christine Vogler, Sandra Postel, David Benton und Heinz Rothgang – findest du in den beiden Live-Folgen vom Kongress.
Zum Weiterhören
- PU084 – Live vom Deutschen Pflegetag 2024 - Tag 1
- PU085 – Live vom Deutschen Pflegetag 2024 - Tag 2
- ÜG150 – Was steht auf der pflegepolitischen Agenda, Christel Bienstein? - Live vom Deutschen Pflegetag 2024
Rückblick auf den Deutschen Pflegetag: Pflegepreis und politische Herausforderungen
Auch in diesem Jahr bot der Deutsche Pflegetag eine inspirierende Plattform, um die Chancen und Herausforderungen der Pflegebranche zu beleuchten. Obwohl der Koalitionsbruch vom Vorabend zunächst für Verunsicherung sorgte, ließ sich die engagierte Stimmung davon nicht trüben. Pflegefachpersonen und politische Vertreter:innen nutzten die Gelegenheit, um die Pflege als eigenverantwortliche Profession weiter voranzubringen.
Ehrung für Peter Nydahl: Deutscher Pflegepreis
Ein besonderer Höhepunkt des Pflegetags war die Verleihung des Deutschen Pflegepreises an Peter Nydahl, Pflegewissenschaftler und Intensivpflegefachperson an der Uniklinik Schleswig-Holstein. Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats, betonte Nydahls Einfluss auf die Intensivpflege: „Dr. Nydahl hat durch seine Arbeit in der Frühmobilisierung, dem Delirmanagement und die Einführung von Intensivtagebüchern die Versorgungsqualität auf Intensivstationen maßgeblich verbessert.“ Nydahls langjähriges Engagement dient der Pflegepraxis als Vorbild und Inspiration.
Politischer Stillstand als Belastung für die Pflege
Mit Sorge blickt die Pflegebranche auf die derzeitige politische Situation: Der Bruch in der Regierungskoalition führt zu Verzögerungen bei dringend benötigten Gesetzesvorhaben. Besonders das Pflegekompetenzgesetz und das Pflegeassistenzeinführungsgesetz stehen dabei im Fokus. Verbände wie die Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) appellieren eindringlich an die Politik, die Pflege nicht zum Spielball parteitaktischer Interessen werden zu lassen. VdPB-Präsidentin Kathrin Weidenfelder mahnt:
„Zeit ist eine Ressource, die die Pflege längst nicht mehr hat.“
Jede Verzögerung treffe die beruflich Pflegenden und die Patient:innen.
Shownotes:





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