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Diese Episode erschien am 27.01.2024 — einzelne Zahlen oder Regelungen können sich seither geändert haben.
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Das Wichtigste in Kürze
  • BDO/DKI-Studie belegt massiven Personalmangel in Kliniken – der DBfK kritisiert die Schlussfolgerungen.
  • Das Statistische Bundesamt rechnet mit 280.000 bis 690.000 fehlenden Pflegefachpersonen bis 2049.
  • Lauterbach diskutierte bei der OECD über resilientere Gesundheitssysteme; die Pflegekammer RLP positioniert sich gegen Rechtsextremismus.

In dieser kompakten Folge des PflegeUpdates dreht sich alles um Zahlen und Prognosen zum Personalmangel – und um die Frage, welche Schlüsse die Verantwortlichen daraus ziehen. Dazu kommen Kurznachrichten aus der internationalen Gesundheitspolitik und eine klare Positionierung der Pflegekammer Rheinland-Pfalz. Wir fassen die Meldungen für dich zusammen.

BDO/DKI-Studie: Klinikgeschäftsführungen sehen den Personalnotstand – aber kaum Lösungen

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO und das Deutsche Krankenhausinstitut (DKI) haben eine Studie mit dem Titel „Personalnotstand im Krankenhaus – Quo vadis?" vorgelegt. Befragt wurden zwischen Ende Juli und Anfang September 2023 insgesamt 111 Klinikgeschäftsführer:innen zur Personalsituation in ihren Häusern und zu ihrem Ausblick auf die kommenden Jahre.

Die Ergebnisse beschreiben die Autor:innen als alarmierend: Im Schnitt fehlen auf den Allgemeinstationen rund 16 Vollkraftstellen in der Pflege, und nur ein Viertel der befragten Intensivstationen meldete keine offenen Stellen. Auch jenseits der Pflege – etwa in der Krankenhaus-IT – sei es schwierig, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen. Knapp 90 Prozent der Häuser gingen davon aus, dass sich die Stellensituation in der Pflege auf den Allgemeinstationen weiter verschlechtern werde. Von der damals geplanten Krankenhausreform erwarteten die Befragten keine nennenswerten Effekte auf die Personalsituation.

Dass im Krankenhaus Personal fehlt, ist für die meisten Pflegefachpersonen keine Überraschung – und auch der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) zeigte sich von den Befunden wenig erstaunt. Entscheidend ist jedoch, welche Schlüsse man zieht. DBfK-Präsidentin Christel Bienstein verwies darauf, dass sich der mit der Einführung der DRG-Fallpauschalen Anfang der 2000er-Jahre vorgenommene Stellenabbau im Pflegedienst nun räche. Kritisch merkte der Verband an, dass die befragten Geschäftsführungen das Problem zwar erkennen, Lösungen aber offenbar weder im Reformvorhaben der Bundesregierung noch im eigenen Handlungsspielraum sehen.

Aus Sicht des DBfK ist die Krankenhausstrukturreform überfällig und kann dem Pflegepersonalmangel zumindest teilweise entgegenwirken – vor allem, wenn sie mit einer gestärkten Primärversorgung und attraktiven Arbeitsplätzen für Pflegefachpersonen einhergeht. So ließen sich unnötige Krankenhausaufenthalte vermeiden und das vorhandene Personal besser verteilen. Zugleich erinnerte der Verband die Klinikleitungen an ihre Eigeninitiative: attraktive Rollen und Karrierewege auch für akademisch ausgebildete Pflegefachpersonen sowie moderne Arbeitszeitmodelle lägen in ihrer Hand. Grundlegende Reformen dürften nicht mit fehlleitenden Argumenten zum Pflegepersonalmangel ausgebremst werden.

Vorausberechnung des Statistischen Bundesamts: bis zu 690.000 fehlende Pflegefachpersonen

Passend dazu veröffentlichte das Statistische Bundesamt in derselben Woche eine Vorausberechnung zum künftigen Bedarf an Pflegefachpersonen. Mit Blick auf die kommenden rund 25 Jahre – und insbesondere auf das Ausscheiden der Babyboomer-Generation aus dem Berufsleben – ergibt sich ein Mangel von 280.000 bis 690.000 Pflegefachpersonen.

Die große Spannweite erklärt sich durch zwei Berechnungsmethoden. Die sogenannte Trendvariante berücksichtigt eine positive Entwicklung am Pflegearbeitsmarkt; hier läge die Lücke bei rund 280.000 Stellen. Die Status-quo-Variante blickt dagegen ausschließlich auf die Folgen des demografischen Wandels und kommt auf etwa 690.000 unbesetzte Stellen. Beide Werte sind als damaliger Stand der Projektion zu verstehen und zeigen vor allem eines: Der Handlungsdruck verschwindet nicht von allein, sondern hängt stark davon ab, ob es gelingt, Menschen für den Beruf zu gewinnen und im Beruf zu halten.

Lauterbach beim OECD-Gesundheitsministertreffen in Paris

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach nahm am Gesundheitsministertreffen der OECD-Länder in Paris teil, das unter dem Titel „Better Policies for More Resilient Health Systems" stand. Die Teilnehmer:innen hielten ihre Ergebnisse in einer gemeinsamen Erklärung fest.

Bereits im Vorfeld meldete sich DBfK-Präsidentin Christel Bienstein mit Blick auf die künftige Rolle von Pflegefachpersonen zu Wort. Ihr Argument: Das deutsche Gesundheitssystem stelle bislang die ärztliche Profession ins Zentrum; nötig sei stattdessen eine Ausrichtung an den Gesundheitsbedarfen der Menschen. In einer Gesellschaft mit vielen alten und chronisch kranken Menschen gingen medizinische und pflegerische Bedarfe ineinander über – Reformen müssten dem Rechnung tragen. Geplante Primärversorgungszentren könnten die Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe ermöglichen, sofern die Aufgaben neu und kompetenzgerecht verteilt würden.

Pflegekammer Rheinland-Pfalz positioniert sich gegen Rechtsextremismus – und Berufsordnungskonferenzen in NRW

Vor dem Hintergrund gesellschaftspolitischer Entwicklungen meldete sich die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz zu Wort. Kammerpräsident Markus Mai stellte klar, dass Werte wie Solidarität, Menschlichkeit und Chancengleichheit mit Rechtsextremismus und Rassismus unvereinbar seien; die Kammer verurteile jede Form von Diskriminierung und setze sich für eine offene, demokratische Gesellschaft ein. Ergänzend verwies die Vizepräsidentin der Kammer darauf, dass die Berufsordnung diese Haltung untermauere: Eine pflegerische Tätigkeit, die Gesundheit und Wohlbefinden fördert und die Würde sowie Autonomie jeder Person respektiert, sei mit jeder Form von Diskriminierung unvereinbar.

Das Team des PflegeUpdates schloss sich dieser Positionierung ausdrücklich an und stellte sich klar gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Der Hinweis auf die Berufsordnung führt zugleich zu einer Terminmeldung aus Nordrhein-Westfalen: Dort starteten in der Woche nach der Folge die Regionalkonferenzen zur Erstellung einer Berufsordnung für Pflegefachpersonen, die erste Auftaktveranstaltung fand in Duisburg statt. Pflegefachpersonen, die an der Ausgestaltung mitwirken wollten, konnten sich über die weiteren Termine informieren und einbringen.

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Quellen