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Diese Episode erschien am 24.04.2021 — einzelne Zahlen oder Regelungen können sich seither geändert haben.
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Das Wichtigste in Kürze
  • Die Übergabe startet ein kurzes Pflege-News-Format mit Clara und Caroline.
  • Aktuelle Pflegethemen sollen niedrigschwellig und hintergründig aufbereitet werden.
  • Neu auf der Website: ein Eventkalender und ein Jobboard für akademisch Pflegende.
  • Informiert sein stärkt das berufliche Selbstverständnis und die eigene Stimme.

Es gibt Tage, an denen ein Podcast-Team einfach mal die Tür aufmacht und dich in die eigene Werkstatt schauen lässt. Genau das passiert in dieser Folge: Statt eines klassischen Fachinterviews wird „auf'n Schnack" geplaudert – locker, ehrlich und mit einer großen Neuigkeit im Gepäck. Die Übergabe hat Nachwuchs bekommen. Und zwar gleich zweifachen.

Zwei neue Stimmen am Tisch

Neben den bekannten Stimmen von Eva, Christian und Alex sitzen in dieser Runde zwei neue Gesichter – beziehungsweise zwei neue Stimmen: Clara und Caroline. Beide kommen aus dem Rhein-Main-Gebiet, sind also eine kleine hessische Verstärkung in einem Team, das sonst viel in Nordrhein-Westfalen unterwegs ist. Sie bringen nicht nur ihre Brillen als Erkennungszeichen mit, sondern vor allem jede Menge fachliche Tiefe.

Caroline ist Gesundheits- und Krankenpflegerin, arbeitet auf einer gynäkologischen und gefäßchirurgischen Station und steckt zum Zeitpunkt der Aufnahme mitten in ihrer Bachelorarbeit. Ihr Thema ist alles andere als bequem: Sie beschäftigt sich mit sexueller Belästigung von Pflegefachfrauen und weiblichen Pflegeauszubildenden – ein Bereich, der im pflegerischen Alltag viel zu selten zur Sprache kommt. Über einen Online-Fragebogen hat sie erschütternde Geschichten gesammelt und macht sich daran, das Thema zu entabuisieren.

Clara wiederum arbeitet auf einer interdisziplinären Intensivstation und schreibt ihre Bachelorarbeit über Therapiezieländerungen auf Intensivstationen: Warum kommt es dazu, welche Einflussfaktoren spielen eine Rolle, und wie gehen Pflegende und Ärzt:innen interprofessionell damit um? Auch sie forscht qualitativ und hat gerade ihr erstes Fokusgruppen-Interview durchgeführt. Beide kennen sich seit der Ausbildung, haben gemeinsam studiert – und hatten Lust, dieses eingespielte Gespann nun in ein neues Projekt zu überführen.

Warum es ein eigenes News-Format braucht

Hinter dem ganzen Schnack steckt ein konkretes Anliegen. Die großen Übergabe-Folgen werden oft Wochen im Voraus produziert. Das hat einen entscheidenden Haken: Aktuelle Geschehnisse lassen sich so kaum abbilden. Was bei der Aufnahme noch brandheiß ist, kann beim Erscheinen längst Schnee von gestern sein. Genau diese Lücke soll das neue Format schließen – und es trägt den Namen „Übergabe – das Pflegeupdate".

Die Idee ist nicht völlig neu. Wer in die allererste Folge des Podcasts hineinhört, merkt schnell: Eigentlich war die Übergabe von Beginn an als News-Sendung gedacht. Doch das hat über Dutzende Folgen hinweg nie so richtig funktioniert, weil die langen, tiefgehenden Gespräche immer mehr Raum eingenommen haben. Jetzt soll beides nebeneinander existieren: die ausführliche Folge zum Eintauchen und das kompakte Update zum Dranbleiben.

Der Reiz eines kurzen Formats liegt in seiner Schnelligkeit und Flexibilität. Wenn irgendwo eine Hochschulfakultät geschlossen werden soll oder eine Tarifeinigung ansteht, lässt sich darüber innerhalb von ein, zwei Tagen berichten – ohne dass daraus gleich eine anderthalbstündige Episode werden muss. Und das Beste: Themen sind nie abschließend erzählt. Man kann sie zwei Wochen später wieder aufgreifen, weiterverfolgen und begleiten. Genau das gelingt mit dem großen, sperrigen Format kaum.

Informiert sein, ohne sich abzuhetzen

Caroline bringt auf den Punkt, warum so ein Format echten Mehrwert hat. Wer Vollzeit auf Station arbeitet, im ständigen Wechsel zwischen Früh-, Spät- und Nachtdiensten, hat abends oft schlicht nicht mehr die Energie, sich durch Newsletter oder Fachzeitschriften zu kämpfen. Sich zu informieren ist dann schnell mit einer Hürde verbunden – man muss aktiv werden, etwas abonnieren, sich kümmern. Ein kurzer Podcast nimmt genau diese Hürde.

„Ich glaube, viele Leute würden sich gerne mehr informieren – aber dadurch, dass das mit so einem Aktivismus verbunden ist, ist es einfach erschwert. Ein kleiner Podcast, den man sich auf dem Weg von der Arbeit nach Hause anhört, das ist einfach etwas anderes." — Caroline

Die niedrige Einstiegshürde ist auch für Clara der entscheidende Punkt. Ein Podcast lässt sich nebenbei hören – beim Kochen, auf dem Heimweg, statt abends durch Social Media zu scrollen. Zehn bis fünfzehn Minuten, die man sich gönnt, und schon ist man wieder auf dem Laufenden. Dabei geht es nicht nur ums reine Faktenwissen. Wer mitreden kann, entwickelt ein anderes Verhältnis zum eigenen Beruf.

„Es macht total viel mit dem beruflichen Selbstverständnis, wenn man sich zu aktuellen Dingen äußern kann. In der Ausbildung und im Pflegestudium habe ich gelernt, wie wertvoll es ist, aktuell informiert zu sein und mitreden zu können." — Clara

Hintergründe statt plakativer Zahlen

Ein Anspruch zieht sich durch das ganze Gespräch: Das Update soll nicht nur Schlagzeilen wiederholen, sondern dahinterschauen. Als Beispiel dient die viel zitierte Zahl von 9.000 Pflegenden, die den Beruf angeblich verlassen hätten. Klingt dramatisch – ist aber bei genauerem Hinsehen eine sehr vage Angabe, die nur einen kurzen Zeitraum beschreibt. Genau hier will das Format ansetzen: nachfragen, einordnen, den Populismus aus solchen Zahlen herausnehmen.

Auch andere Themen stehen schon auf der gedanklichen Liste, etwa die damaligen Tarifverhandlungen rund um die Caritas. Welche Themen es ins Update schaffen, soll sich auch an dem orientieren, was die Pflege-Community gerade bewegt – ob auf Twitter oder Instagram. Das Team setzt dabei bewusst auf den Austausch mit den Hörer:innen: Wer aus seinem Netzwerk wichtige Neuigkeiten beisteuern kann, ist ausdrücklich eingeladen, das zu teilen.

Dass solche aktuellen Pflegethemen mit Sorgfalt behandelt werden, hat die Übergabe zuvor schon bewiesen. Die Folge zur drohenden Schließung der pflegewissenschaftlichen Fakultät in Vallendar löste einen Aufruf an zahlreiche Hochschulstandorte aus – mit großer Resonanz. Wenn dir der Schnack also zu kurz war, lohnt es sich, dort hineinzuhören.

Engagement, das in der Ausbildung beginnt

Warum gerade Clara und Caroline für dieses Format brennen, hat auch mit ihrer eigenen Geschichte zu tun. Beide sind seit ihrem ersten Ausbildungsjahr im Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) aktiv, sind gemeinsam zu Veranstaltungen gefahren und haben den Austausch mit Pflegenden aus ganz Deutschland als prägend erlebt. Daraus ist eine Überzeugung gewachsen, die das neue Format wie kaum etwas anderes trägt: Verändern kann nur, wer Bescheid weiß.

Wer nicht weiß, was gerade passiert, kann sich schwer eine fundierte Meinung bilden. Genau deshalb wollen die beiden die Hörenden daran teilhaben lassen, sich Wissen anzueignen – Themen detailliert darstellen, aus verschiedenen Perspektiven beleuchten und so eine Grundlage schaffen, auf der man wirklich eigene Schlüsse ziehen kann. Für Caroline ist das Projekt zugleich eine schöne Herausforderung: etwas Neues machen, das man vorher noch nicht gemacht hat, Themen kreativ aufbereiten und so verständlich gestalten, dass andere etwas davon haben.

Wie die Übergabe Pflege in der Öffentlichkeit sichtbar macht und dabei zwischen Fach- und Massenmedien navigiert, beleuchtet die Folge über Pflege in den Medien – eine gute Ergänzung, wenn dich die Frage interessiert, wie pflegerische Themen erzählt werden.

Was sich hinter den Kulissen tut

Parallel zum neuen Format laufen viele Vorbereitungen: Wie wird das Update konzipiert, wie sieht das Cover aus, wie präsentiert man sich nach außen? Auch die Website soll Veränderungen bekommen, vielleicht ein paar neue Farben. Wichtig ist dem Team dabei vor allem eines: Die Qualität soll nicht leiden. Die Übergabe hat sich über die Jahre zu einem ernstzunehmenden Format entwickelt, und genau dieses Vertrauen will sie auch in das neue, kürzere Angebot übertragen.

Geplant ist das Pflegeupdate mit einer Länge von rund zehn bis fünfzehn Minuten, das alle zwei Wochen erscheint – jeweils im Wechsel zur großen Übergabe-Folge. Wie viel Raum ein Thema einnimmt, hängt vom Geschehen ab: Mal füllt ein einziges Thema die Zeit, mal lassen sich zwei Neuigkeiten unterbringen. Und auch im neuen Format soll es Platz für Gäste geben, die zu aktuellen Entwicklungen ein Statement abgeben.

Über die Pläne für die Zukunft der Übergabe und wie sich das Projekt insgesamt weiterentwickelt, kannst du in der Folge zur Zukunft der Übergabe noch tiefer eintauchen.

Eventkalender und Jobboard: zwei neue Anlaufstellen

Neben dem News-Format gibt es noch zwei weitere Neuerungen, die das Angebot rund um Pflege und Gesundheit ergänzen. Zum einen entsteht ein Eventkalender: Veranstaltungen rund um Pflege und Gesundheit sollen auf der Website an einem Ort gesammelt werden. Wer selbst etwas veranstaltet, kann sein Event dort eintragen.

Zum anderen gibt es ein Jobboard, das sich gezielt an akademisch Pflegende richtet. Wer auf der Suche ist, kann dort stöbern – und wer eine passende Stelle zu vergeben hat, kann sie kostenfrei einreichen. Beide Funktionen sind ein Versuch, der Community echten Mehrwert zu bieten, und das Team freut sich ausdrücklich über Feedback dazu.

Ein Dank, der mehr ist als eine Floskel

Zum Schluss bleibt der Blick auf diejenigen, die das alles möglich machen. Eine Spende einer hörenden Person namens Maxi hilft konkret bei der Ausgestaltung des neuen Formats – denn neue Geräte, Reisen und laufende Kosten wollen gestemmt werden. Doch noch wichtiger als die finanzielle Unterstützung ist für das Team etwas anderes: dass Menschen überhaupt zuhören. Die Hörer:innenzahlen steigen stetig, von einem Deckeneffekt keine Spur – und genau das macht Mut, Neues zu wagen.

Die Zwillinge, wie das Team das Pflegeupdate liebevoll nennt, sollen nun laufen lernen und groß werden. Geplanter Start ist der Mai – kurz, knackig und immer am Puls der aktuellen Pflegethemen. Wenn du also Lust hast, regelmäßig informiert zu sein, ohne dich durch Newsletter zu kämpfen, dann darfst du dich freuen: Es kommt etwas Neues. Und jetzt weißt du sogar schon, was.

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