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Diese Episode erschien am 08.01.2022 — einzelne Zahlen oder Regelungen können sich seither geändert haben.
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Das Wichtigste in Kürze
  • Bayern bringt ein Stipendienprogramm für primärqualifizierende Pflegestudiengänge auf den Weg.
  • Lauterbach will den Corona-Pflegebonus auf besonders belastetes Personal begrenzen.
  • RKI-Erhebung zeigt höhere Impfquoten bei Bewohner:innen als bei Beschäftigten in der Langzeitpflege.

In der ersten Folge des neuen Jahres ging es um drei Themen, die Pflegefachpersonen ganz unterschiedlich betreffen: ein neues Förderinstrument für das Pflegestudium in Bayern, die weiter ungeklärte Umsetzung des Corona-Pflegebonus und frische Zahlen des Robert Koch-Instituts zur Impfsituation in der Langzeitpflege. Wir fassen den damaligen Stand für dich zusammen.

Bayern plant Stipendien für primärqualifizierende Pflegestudiengänge

Die akademische Pflegeausbildung in Deutschland kämpft mit rückläufigen Studierendenzahlen. Besonders die noch recht neuen primärqualifizierenden Studiengänge sind betroffen. Spätestens mit der Schließung der pflegewissenschaftlichen Fakultät an der Hochschule in Vallendar im Jahr 2021 wurde sichtbar, dass es zunehmend schwieriger wird, Menschen für einen akademischen Weg in der Pflege zu gewinnen.

Ein zentrales Problem: Die im Studium zu leistenden Praxisstunden werden in der Regel nicht vergütet. Viele entscheiden sich deshalb für die klassische Ausbildung, die finanziell abgesichert ist. Genau an dieser Stelle setzt Bayern an. Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek hatte zum Zeitpunkt der Folge auf den Haushaltsentwurf für 2022 verwiesen, in dem Mittel zur Förderung der Akademisierung in der Pflege vorgesehen waren. Mit einem Stipendienprogramm sollen Menschen, die sich für ein primärqualifizierendes Studium entscheiden, finanziell unterstützt werden – mit dem Ziel, das Pflegestudium attraktiver zu machen. Details findest du in der Ankündigung des bayerischen Gesundheitsministeriums.

Ein entsprechender Entwurf lag damals dem Bayerischen Landtag vor. Wie das Programm konkret ausgestaltet wird und ob es die erhoffte Wirkung entfaltet, war zum Zeitpunkt der Folge noch offen. Für dich ist die Entwicklung interessant, weil sie zeigt, dass die Finanzierung der praktischen Ausbildungsphasen als zentrales Hindernis für die Akademisierung erkannt wird – ein Thema, das auch bundesweit immer wieder auf der Agenda steht.

Lauterbach will den Corona-Pflegebonus auf besonders belastetes Personal begrenzen

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte bei der Vorstellung des Koalitionsvertrags angekündigt, eine Milliarde Euro als steuerfreien Bonus für Pflegefachpersonen bereitzustellen, um die Belastungen der Pandemie auszugleichen. Lange blieb unklar, wie die Auszahlung konkret aussehen sollte. Zum Zeitpunkt der Folge äußerte sich Gesundheitsminister Karl Lauterbach dahingehend, dass der Bonus nur an besonders belastetes Pflegepersonal gehen solle – mit der Begründung, dass die Summe so für die Betroffenen spürbarer ausfalle, weil sie nicht auf zu viele Personen aufgeteilt werde. Die Einzelheiten waren ohnehin von 2021 auf 2022 verschoben worden.

Genau diese Eingrenzung sorgte für Diskussionen. Offen blieb, wie sich „besonders belastet" überhaupt definieren und von „nicht besonders belastet" abgrenzen lässt. In den sozialen Medien stieß das Vorhaben auf deutliche Kritik. Bemerkenswert ist auch ein zeitlicher Widerspruch: Bayerns Gesundheitsminister Holetschek hatte zuvor eine steuerliche Entlastung speziell für Intensivpflegende ins Spiel gebracht – Lauterbach hatte einen solchen Ansatz damals noch kritisiert, weil eine Bevorzugung einzelner Gruppen die Berufsgruppe spalten könne und Pflegende in Altenheimen oder auf anderen Stationen ebenfalls stark belastet seien. Die Hintergründe zu Lauterbachs Position liest du in der Berichterstattung über die geplante Begrenzung des Pflegebonus.

Der Deutsche Pflegerat lehnte das Konzept einmaliger Bonuszahlungen grundsätzlich ab und machte deutlich, dass die Profession sich nicht mit symbolischen Zahlungen abspeisen lassen wolle. Als Alternative forderten Christine Vogler und der Verband einen Steuerfreibetrag von 18.000 Euro für Pflegende sowie deutlich höhere Zuschläge für Arbeit zu ungünstigen Zeiten. Die ausführliche Position findest du in der Stellungnahme des Deutschen Pflegerats.

Eine Einordnung des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung gab es zu diesem Zeitpunkt nicht. Das Amt war zuvor von Andreas Westerfellhaus bekleidet worden; nach dem Regierungswechsel war noch offen, wer die Aufgabe künftig übernimmt und ob die Position überhaupt neu besetzt wird. Auf der Seite des Pflegebevollmächtigten wurde lediglich auf eine baldige Ernennung durch das Kabinett verwiesen.

RKI-Erhebung: Höhere Impfquoten bei Bewohner:innen als bei Beschäftigten

Das Robert Koch-Institut veröffentlichte Mitte Dezember 2021 einen Bericht zum Monitoring von Covid-19 und der Impfsituation in Langzeitpflegeeinrichtungen. Grundlage war eine Erhebung aus dem Oktober 2021, an der sich 1.003 vollstationäre Einrichtungen freiwillig beteiligten. Die Zahlen sind deshalb interessant, weil bis dahin kaum belastbare Daten zur Impfbereitschaft von Pflegefachpersonen vorlagen.

Bei den Bewohner:innen waren demnach 89,3 Prozent vollständig geimpft, der Anteil der Geimpften oder Genesenen lag bei rund 90 Prozent. Geboostert waren im Oktober 48,7 Prozent. Bei den Beschäftigten zeigte sich ein etwas anderes Bild: 82 Prozent galten als vollständig geimpft oder genesen, die reine Impfquote lag bei rund 81 Prozent. Geboostert waren zu diesem Zeitpunkt erst 23,4 Prozent der Beschäftigten. In beiden Gruppen gab es einzelne Einrichtungen mit Quoten unter 80 oder sogar unter 50 Prozent – das waren jedoch wenige Ausnahmen.

Wichtig für die Einordnung sind die Grenzen der Erhebung: Die Teilnahme war freiwillig, und die beteiligten Einrichtungen deckten nur etwa 8,9 Prozent aller Langzeitpflegeeinrichtungen ab. Die Ergebnisse sind damit nicht repräsentativ, und Einrichtungen, die nicht teilgenommen haben, könnten das Bild verzerren. Da die Daten aus dem Oktober 2021 stammen, dürften sich besonders die Booster-Quoten bis zum Jahreswechsel deutlich verändert haben. Dennoch liefert der Bericht – anders als viele Vermutungen zuvor – erstmals konkrete Anhaltspunkte und macht sichtbar, dass die Impfquote unter den Beschäftigten im Schnitt unter der der Bewohner:innen lag. Detaillierte Tabellen dazu finden sich im Originalbericht des RKI.

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Quellen