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# Expertenrat Pflegewissenschaft des DPR / Protestaktion am UKE / Hilfe für die Ukraine
- URL: https://www.uebergabe.de/pu022/
- Published: 2022-03-19T13:00:00.000Z
- Updated: 2026-06-13T23:24:37.000Z
- Description: 🎙️ Pflege ohne Stimme im Corona-Expertenrat? Der DPR kontert mit eigenem Gremium, Hamburgs Pflegende gehen auf die Straße und die Pflege organisiert Hilfe für die Ukraine – drei Meldungen aus Folge 22.
- Author: Christian
- Tags: PflegeUpdate, Podcast, Deutscher Pflegerat, Pflegepolitik, Pflegewissenschaft, UKE, #review

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Diese Episode erschien am 19.03.2022 — einzelne Zahlen oder Regelungen können sich seither geändert haben.

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**Das Wichtigste in Kürze**
- Der DPR gründet einen eigenen Expert:innenrat Pflege- und Hebammenwissenschaft zur Pandemie.
- Pflegende am UKE protestieren gegen Überlastung – Überlastungsanzeigen stiegen 2021 deutlich.
- Pflegeorganisationen starten Petition und Vermittlung für Betroffene aus der Ukraine.

In dieser Folge des PflegeUpdates geht es um drei kompaktere Meldungen: einen neu gegründeten Expert:innenrat des Deutschen Pflegerats, eine Protestaktion von Pflegefachpersonen am Hamburger Universitätsklinikum und Hilfsaktionen der Pflege im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine. Wir ordnen für dich ein, was zum Zeitpunkt der Folge (Stand: März 2022) jeweils bekannt war.

## Deutscher Pflegerat gründet eigenen Expert:innenrat Pflege- und Hebammenwissenschaft

Im Dezember 2021 hatte die damals neue Bundesregierung unter Olaf Scholz einen [Expertenrat zur Covid-19-Pandemie](https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/expertenrat-covid-19-1991526?ref=uebergabe.de) einberufen. In dem 19-köpfigen Gremium saßen neben dem Leiter des Robert Koch-Instituts namhafte Virolog:innen und Immunolog:innen sowie Fachleute aus Bereichen wie Bioinformatik, Gesundheitskommunikation und Physik. Pflegewissenschaftliche Expertise war darin nach Darstellung der Hosts praktisch nicht vertreten – und das, obwohl die Pflege die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen stellt. Schon damals gab es darüber breite Kritik aus Pflegeverbänden und Fachöffentlichkeit.

Weil die Einbeziehung pflegerischer Perspektiven auf Bundesebene nicht erfolgte, hat der Deutsche Pflegerat zum Zeitpunkt der Folge selbst gehandelt. DPR-Präsidentin Christine Vogler teilte mit, dass sich Pflege- und Hebammenwissenschaftler:innen aus dem ganzen Land zu einem eigenen Gremium zusammenschließen. Der [Expert:innenrat Pflegewissenschaft, Hebammenwissenschaft und Pandemie](https://deutscher-pflegerat.de/2022/03/11/deutscher-pflegerat-beruft-expertinnenrat-pflegewissenschaft-hebammenwissenschaft-und-pandemie-ein/?ref=uebergabe.de) soll das Fachwissen dieser beiden Professionen bündeln, vorhandene Forschungsergebnisse sichtbar machen und daraus Stellungnahmen, Handlungsempfehlungen und Hintergrundinformationen entwickeln, die in politische Entscheidungen einfließen können.

Für Pflegefachpersonen ist das relevant, weil viele Versorgungsbereiche – etwa die ambulante und stationäre Langzeitpflege – stark von pflegerischer Arbeit abhängen und gerade die besonders zu schützenden, vulnerablen Gruppen häufig pflegebedürftig sind. Themen wie Impfbereitschaft, psychosoziale Folgen der Pandemie oder die Versorgung pflegebedürftiger Menschen lassen sich ohne pflegewissenschaftliche Sicht kaum vollständig beurteilen. Wie wertvoll solche Arbeit sein kann, zeigt die S1-Leitlinie zur häuslichen Versorgung, sozialen Teilhabe und Lebensqualität von Menschen mit Pflegebedürftigkeit unter Pandemiebedingungen, an der mehrere der nun berufenen Wissenschaftler:innen mitgearbeitet haben.

Dem Gremium gehören 14 Professor:innen und Forschende der Pflege- und Hebammenwissenschaft an, von denen viele bereits zu den Auswirkungen der Pandemie publiziert haben. Als Sprecher wurde Prof. Dr. Thomas Fischer aus Dresden benannt; zu den Mitgliedern zählen unter anderem Dr. Martin Dichter aus Köln mit berufspolitischem Schwerpunkt und Prof.in Elsbernd aus Esslingen mit Arbeiten zur Krisenbewältigung. Eine erste Veröffentlichung des Rats war zum Zeitpunkt der Folge für Mai 2022 angekündigt. Offen blieb damit, ob es dem Gremium gelingt, sich in der Pandemiebewältigung tatsächlich Gehör zu verschaffen und pflegerisches Wissen sichtbarer zu machen.

## Pflegefachpersonen protestieren am UKE gegen anhaltende Überlastung

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) steht mit Blick auf die Arbeitsbelastung der Pflege seit Längerem in der Kritik. Bereits im Vorjahr hatten vor allem Mitarbeitende der zentralen Notaufnahme und der Intensivstation einen Brandbrief an die Klinikleitung gerichtet und unter anderem gefordert, dass auf der Intensivstation eine 1:2-Betreuung das Maximum sein soll.

Am 4\. März 2022 folgte eine [Kundgebung vor dem UKE](https://www.mopo.de/hamburg/stuhlgang-bis-zu-den-schultern-pflegekraefte-protestieren-vor-dem-uke/?ref=uebergabe.de), bei der Pflegefachpersonen erneut auf ihre akute Belastung aufmerksam machten. Unterstützt wurden sie vom [Hamburger Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus](https://www.pflegenotstand-hamburg.de/?ref=uebergabe.de), der Gewerkschaft ver.di sowie vom gesundheitspolitischen Sprecher der Linksfraktion in Hamburg, Deniz Celik.

Konkrete Zahlen lieferte eine Kleine Anfrage der Linken an den rot-grünen Senat: Nach deren Angaben wurden 2021 von Intensivpflegenden des UKE 161 Überlastungsanzeigen gestellt – gegenüber 74 im Jahr 2020\. In der Notaufnahme seien in den Monaten Januar und Februar 2022 sogar doppelt so viele Überlastungsanzeigen geschrieben worden wie im gesamten Vorjahr, was auf eine akute Verschärfung hindeutet. Die Linke forderte den Senat auf, sich für eine Verbesserung der Lage einzusetzen.

Eine Sprecherin des UKE verwies nach Darstellung der Hosts darauf, dass es seit Längerem intensive Gespräche mit den Betroffenen gebe und täglich Abstimmungen zwischen Ärzteschaft und Pflegepersonal stattfänden, in denen die Belegung an die jeweilige Situation angepasst werde. Für Pflegefachpersonen unterstreicht der Fall, wie wichtig es bleibt, Missstände sichtbar zu machen und Überlastungsanzeigen konsequent zu schreiben. Mehr zum Hintergrund liest du im Bericht über das [überlastete Pflegepersonal, das auf die Straße geht](https://www.bibliomed-pflege.de/news/ueberlastetes-pflegepersonal-geht-auf-die-strasse?ref=uebergabe.de).

## Pflegeorganisationen starten Petition und Vermittlungshilfe für die Ukraine

Der Krieg in der Ukraine hat unmittelbar mit Gesundheit und Pflege zu tun – Gesundheit als hohes Gut ist eng mit Frieden verbunden. Zum Zeitpunkt der Folge wurde berichtet, dass nach Angaben der ukrainischen Vize-Ministerpräsidentin rund 400 Patient:innen und Mitarbeitende in einem Krankenhaus in Mariupol festgehalten worden seien. Solche Vorfälle berühren auch die Genfer Konvention, nach der medizinische Einrichtungen nicht angegriffen werden dürfen.

Als Reaktion haben sich der International Council of Nurses, die European Federation of Nurses Associations und das European Forum of National Nursing and Midwifery Associations zusammengeschlossen. Gemeinsam verurteilen sie den Krieg scharf und weisen auf den humanitären Hilfebedarf der Bevölkerung hin. Ein zentrales Anliegen ist, dass Pflegende in der Ukraine ihre Arbeit weiterhin angemessen ausüben können. Die [Petition unter dem Hashtag #NursesForPeace](https://www.gopetition.com/petitions/nursesforpeace.html?ref=uebergabe.de) kann unterzeichnet werden und ist mit einer Spendenaktion verbunden; die beteiligten Organisationen vertreten zusammen rund 28 Millionen Pflegende weltweit.

Parallel dazu gibt es eine Initiative von Christine Vogler gemeinsam mit den Unternehmensberatern Sascha Platen und Björn Zeyen (HealthAge). Unter dem Hashtag [#Health4Ukraine](https://www.health-h.de/health4ukraine?ref=uebergabe.de) sollen schnell und unkompliziert erkrankte Kinder sowie pflegebedürftige Menschen aus der Ukraine an Einrichtungen vermittelt werden, die bereit sind, sie temporär aufzunehmen. Dazu gehören auch Spezialtransporte für mobilitätseingeschränkte Personen, Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen. Die Aktion wird vom Deutschen Pflegerat unterstützt; Einrichtungen mit freien Plätzen – etwa in Pflegeheimen – können sich melden. Wie sich Pflegende konkret einbringen, fasst auch der Beitrag über [Pflegende, die Pflegenden helfen](https://www.bibliomed-pflege.de/news/pflegende-helfen-pflegenden?ref=uebergabe.de), zusammen.

## Zum Weiterhören

- [ÜG077 – Häusliche Versorgung in der Covid-19-Pandemie (Prof. Dr. Thomas Fischer)](https://www.uebergabe.de/ug077/)
- [ÜG054 – Soziale Teilhabe in Altenpflegeheimen unter Covid-19 in S1-Leitlinie und Survey-Studie (Prof. Dr. Margareta Halek)](https://www.uebergabe.de/ug054/)
- [ÜG086 – Pflege in Krisengebieten (Cordula Häffner & Magdalena Wörle)](https://www.uebergabe.de/ug086/)

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## Quellen

- [Deutscher Pflegerat beruft Expert\*innenrat Pflegewissenschaft / Hebammenwissenschaft und Pandemie ein](https://deutscher-pflegerat.de/2022/03/11/deutscher-pflegerat-beruft-expertinnenrat-pflegewissenschaft-hebammenwissenschaft-und-pandemie-ein/?ref=uebergabe.de) (deutscher-pflegerat.de)
- [Expertengremium zur Covid-19-Pandemie einberufen](https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/expertenrat-covid-19-1991526?ref=uebergabe.de) (bundesregierung.de)
- [S1 Leitlinie](https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/184-002LG.html?ref=uebergabe.de) (awmf.de)
- [Überlastete Pflegepersonal geht auf die Straße](https://www.bibliomed-pflege.de/news/ueberlastetes-pflegepersonal-geht-auf-die-strasse?ref=uebergabe.de) (bibliomed-pflege.de)
- [Website Hamburger Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus](https://www.pflegenotstand-hamburg.de/?ref=uebergabe.de) (pflegenotstand-hamburg.de)
- [Protest vor dem UKE](https://www.mopo.de/hamburg/stuhlgang-bis-zu-den-schultern-pflegekraefte-protestieren-vor-dem-uke/?ref=uebergabe.de) (mopo.de)
- [Petition #Nursesforpeace](https://www.gopetition.com/petitions/nursesforpeace.html?ref=uebergabe.de) (gopetition.com)
- [Website #health4ukraine](https://www.health-h.de/health4ukraine?ref=uebergabe.de) (health-h.de)
- [Pflegende helfen Pflegenden](https://www.bibliomed-pflege.de/news/pflegende-helfen-pflegenden?ref=uebergabe.de) (bibliomed-pflege.de)