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Diese Episode erschien am 16.12.2023 — einzelne Zahlen oder Regelungen können sich seither geändert haben.
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Das Wichtigste in Kürze
  • Das Pflegestudiumstärkungsgesetz bringt eine Vergütung für primärqualifizierende Studierende.
  • Die Krankenhausreform blieb 2023 politisch umkämpft und unfertig.
  • Pflegekammern in NRW, RLP und BaWü treiben Berufs- und Weiterbildungsordnungen voran.

Zum Jahresabschluss 2023 blicken die Hosts des PflegeUpdates auf die Themen zurück, die das Pflegejahr geprägt haben – und schauen voraus auf das, was 2024 wichtig werden dürfte. Wir haben die wichtigsten Punkte für dich zusammengefasst. Wichtig vorab: Alle Angaben spiegeln den Stand Mitte Dezember 2023 wider; vieles war damals noch in Bewegung.

Pflegestudiumstärkungsgesetz: Vergütung für primärqualifizierende Studierende

Als positives Highlight des Jahres hoben die Hosts das Pflegestudiumstärkungsgesetz hervor. Damit wurde ein politischer Webfehler korrigiert: Bis dahin erhielten primärqualifizierende Pflegestudierende – anders als Auszubildende – keine Vergütung für ihre praktischen Einsätze. Genau diese finanzielle Schieflage hatte viele Interessierte vom Studium abgehalten.

Mit der nun beschlossenen Vergütung verbinden die Hosts die Hoffnung, dass die Einschreibungszahlen in den primärqualifizierenden Studiengängen mittelfristig steigen. Auch für Hochschulen und Universitäten könnte das ein Anreiz sein, entsprechende Angebote auf- oder auszubauen. Sichtbare Effekte erwarteten die Hosts nicht sofort, sondern eher in den kommenden Jahren.

Für Pflegefachpersonen ist das relevant, weil sich die Akademisierung des Berufs realistisch nur über primärqualifizierte Studierende voranbringen lässt. Ein Studium bringt einen anderen fachlichen Blick in die Versorgung – und je mehr akademisch qualifizierte Kolleg:innen es gibt, desto eher lassen sich neue Rollen und Aufgabenprofile in der Praxis verankern.

Krankenhausreform und Transparenzgesetz: viel Streit, wenig Klarheit

Kein Thema hat die Folgen des Jahres 2023 so durchgehend begleitet wie die Krankenhausreform. Von den ursprünglichen Plänen aus dem Bundesgesundheitsministerium ist nach Einschätzung der Hosts vieles auf der Strecke geblieben – nicht zuletzt, weil die Länder erheblichen Einfluss geltend machten. Das ist insofern nachvollziehbar, als die Strukturierung der Krankenhauslandschaft maßgeblich auf Länderebene geplant wird.

Parallel wurde das Krankenhaustransparenzgesetz vorangetrieben, das zum Zeitpunkt der Folge im Bundesrat von den unionsgeführten Ländern ausgebremst worden war. Die Hosts rechneten damit, dass die großen Fragen erst 2024 entschieden würden – „dieses Jahr wird das wohl nichts mehr“. Einig waren sie sich darin, dass das DRG-System (die Fallpauschalen) in seiner jetzigen Form weitgehend ausgedient hat und ein grundlegender Umbau überfällig ist.

Kritisch sahen die Hosts zugleich die föderale Krankenhausplanung: 16 unterschiedliche Planungslogiken nebeneinander seien nicht nur von Vorteil. Für Pflegefachpersonen bleibt die Reform damit eines der wichtigsten Themen, weil sie über Standorte, Strukturen und letztlich Arbeitsplätze entscheidet.

Landtagswahlen 2023 und Ausblick: emotionale Standortdebatten

Die Krankenhausreform mischte sich auch in die Landtagswahlkämpfe in Hessen und Bayern. Dort zeigte sich, wie emotional aufgeladen das Thema wird, sobald konkrete Standortschließungen drohen und Menschen vor Ort um die Versorgung in ihrer Region fürchten. Die Gesundheitsminister:innen der Länder geraten dadurch unter Druck, einzelne Standorte zu erhalten – auch mit Blick auf die Wählerschaft.

Pflegepolitisch fiel die Bilanz für Bayern ernüchternd aus: Im Koalitionsvertrag fand sich aus Sicht der Hosts kein großer Wurf für die Pflege, und mit dem Wechsel des bisherigen Gesundheitsministers in die Parlamentsarbeit geht fachliche Kontinuität verloren. Für 2024 richtet sich der Blick auf die Landtagswahlen in den ostdeutschen Bundesländern. Dort, so die Einschätzung, dürften Pflegekammern kaum eine Rolle spielen – es gehe um grundsätzlichere Weichenstellungen.

Pflegekammern: NRW, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg im Aufbau

Ein wiederkehrendes Thema waren die Pflegekammern. Besonders gelobt wurde die Pflegekammer NRW unter Präsidentin Sandra Postel: Sie habe in kurzer Zeit eine Weiterbildungsordnung erarbeitet und mit der Anschubfinanzierung gut gewirtschaftet. Für 2024 war angekündigt, an einer Berufsordnung zu arbeiten – ein wichtiger Meilenstein für die Pflegefachpersonen in NRW.

Rheinland-Pfalz ist hier weiter: Dort sollte die Pflegekammer künftig in die Überprüfung des Sprachniveaus internationaler Pflegefachpersonen eingebunden werden, unter anderem über simulationsbasierte Prüfungssituationen zur Fachsprache. Die Hosts ordneten ein, dass es bei der Integration internationaler Kolleg:innen längst nicht nur um Sprache geht – und dass es spannend wird, welche Rolle die berufliche Selbstverwaltung dabei einnimmt.

Auch die Neugründung der Kammer in Baden-Württemberg stand auf der Beobachtungsliste. Eine vertiefende Folge dazu gibt es im Übergabe-Podcast. Insgesamt zeigte sich 2023 außerdem, dass sich Pflegekammern zunehmend zu Fachthemen positionieren – etwa geschlossen zur Leiharbeit auf dem Deutschen Pflegetag.

Aufgabenprofile akademisch Pflegender: Fortschritt mit Bremse

Bei den Aufgabenprofilen für akademisch Pflegende gab es 2023 Bewegung – allerdings gebremst durch kritische Stellungnahmen, namentlich aus der Gewerkschaft Verdi. Die Hosts werteten die Entwicklung grundsätzlich als Schritt nach vorne, sahen das Potenzial aber durch die Debatte ausgebremst. Für Pflegefachpersonen ist das Thema zentral, weil klar definierte Rollen darüber entscheiden, wie akademische Qualifikation tatsächlich in der Versorgung ankommt.

Leiharbeit: eine Debatte, die übergekocht ist

Schließlich blieb die Leiharbeit – fachlich korrekt: die Arbeitnehmerüberlassung – eines der am stärksten diskutierten Themen des Jahres. Kritisch sahen die Hosts weniger die Leiharbeit selbst als die Schärfe der Debatte, die sowohl innerhalb der Berufsgruppe als auch politisch stark aufgeheizt sei. Ihr Appell: Leiharbeit ist eher Symptom als Ursache der angespannten Lage in der Pflege. Die Berufsgruppe sollte vorsichtig mit pauschalen Urteilen umgehen und 2024 mit etwas Abstand neu auf das Thema blicken.

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