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Diese Episode erschien am 19.12.2021 — einzelne Zahlen oder Regelungen können sich seither geändert haben.
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Das Wichtigste in Kürze
  • 2021 erschienen 24 Übergabe- und 16 Pflege-Update-Folgen.
  • Mit dem Pflege-Update startete ein zweites, aktuelles Format.
  • Lieblingsthemen: Berufsstolz, School Nursing, Rassismus und Gewerkschaften.
  • Für 2022 geplant: Ethik, Controlling und die Belastung Pflegender.
  • Mit dieser Folge erreicht das Team insgesamt 100 Episoden.

Drei Jahre Übergabe – und kein Ende der Themen

Es gibt diese Momente, in denen man kurz innehält und merkt: Da ist tatsächlich etwas gewachsen. Genau so fühlte sich die Jahresabschlussfolge 2021 des Übergabe-Podcasts an. Drei Jahre nach dem Start saß das Team zusammen – wenn auch jede:r am eigenen Schreibtisch und nicht, wie scherzhaft angemerkt, gemeinsam mit Glühwein bei Santa – und ließ ein Pflege-Jahr Revue passieren, das vieles war, nur nicht langweilig.

Die nüchterne Bilanz klingt schon beeindruckend: 24 Übergabe-Folgen und 16 Episoden des Pflege-Updates sind 2021 erschienen. Praktisch jede zweite Woche eine ausführliche Folge, dazu der regelmäßige Nachrichtenüberblick. Wer mitzählt, landet bei einem Meilenstein: Mit dieser Episode standen insgesamt 100 veröffentlichte Folgen zu Buche. Eine kleine Pointe der Geschichte, denn ganz am Anfang stand die Prognose im Raum, dass dem Projekt nach rund 50 Folgen die Themen ausgehen würden. Spoiler: Sie gingen nicht aus. Im Gegenteil.

Wenn Pflege selbstbewusst wird: die Lieblingsfolgen des Jahres

Eine Lieblingsfolge aus Dutzenden zu küren, ist undankbar – und doch wurde gewählt. Hoch im Kurs stand die Episode zum Berufsstolz in der Pflege. Sie eröffnete einen anderen Blickwinkel auf die eigene Profession und blieb deshalb besonders hängen. Berufsstolz ist mehr als ein Gefühl: Er hängt eng damit zusammen, wie selbstbewusst eine Berufsgruppe auftritt – und wie viel Einfluss sie sich damit erarbeitet. Genau dieser Gedanke zog sich wie ein roter Faden durch das Jahr.

Inhaltlich und emotional besonders gewichtig war die große Gemeinschaftsfolge zur Schließung der pflegewissenschaftlichen Fakultät an der Hochschule Vallendar. In kürzester Zeit sammelte das Team über zwanzig Stimmen aus der Pflegewissenschaft ein – per E-Mail-Aufruf, per Sprachnachricht, in unzähligen kleinen Bausteinen. Das Ergebnis war ein eindringliches Plädoyer dafür, wie wichtig pflegewissenschaftliche Strukturen in Deutschland sind. Für ein ehrenamtliches Team eine logistische Mammutaufgabe – und genau deshalb eine der wichtigsten Folgen überhaupt.

Viel Begeisterung löste auch die Episode zur Schulgesundheitspflege und School Nursing mit Andreas Kocks aus. Spannend daran: Andreas Kocks stand seit der allerersten Stunde auf der Wunschliste und kam erst nach über 70 Folgen tatsächlich dran. Das Warten lohnte sich. Die Aufnahme galt als eine der schönsten des Jahres, weil sie zeigte, wie viel präventives Potenzial in diesem Berufsbild steckt – Gesundheitsförderung direkt dort, wo Kinder und Jugendliche ihren Alltag verbringen.

„Ich habe die Folge gehört und wollte am liebsten sofort selbst School Nurse sein. Man hat sich so bildlich vorgestellt, was die Aufgaben sind und was man da bewegen kann." — Clara

Dass ein deutsches Pilotprojekt zur Schulgesundheitspflege in dieser Zeit eingestampft wurde, machte das Thema umso dringlicher. Genau hier wird sichtbar, was der Podcast leisten will: Berufsbilder und Konzepte sichtbar machen, die in der öffentlichen Debatte zu kurz kommen.

Auf den Favoritenlisten standen außerdem die Folge zu Rassismus in der Pflege und die Episode zur Pflege im Spannungsfeld der Corona-Krise. Themen, bei denen Spaß und Ernst dicht beieinanderliegen – und die zeigen, dass Pflegekommunikation auch unbequeme Fragen aushalten muss.

Die entlarvende Kraft eines guten Gesprächs

Eine Folge nahm im Rückblick eine Sonderrolle ein: das Gespräch über Gewerkschaften in der Pflege mit Michael Quetting. Sie ging dem Team spürbar nahe – und galt zugleich als eine der besten des Jahres. Der Grund: Es war eines der ersten Male, dass bewusst eine Gegenstimme zu den eigenen Positionen eingeladen wurde. Schon zuvor hatte man sich mit der Evaluation der Pflegekammer Niedersachsen mit Kai Boeddinghaus aus dem eigenen Meinungskosmos herausgewagt.

„Am Ende gingen die Argumente aus, und es lief nur noch auf ein ‚Ich will das nicht' hinaus. Da merkst du: Wir wollen eigentlich alle das Gleiche – glauben aber an völlig unterschiedliche Wege dorthin. Und genau darüber muss man reden." — Christian

Die Kammerdebatte zog sich ohnehin durch das ganze Jahr. Was in Niedersachsen begann und sich über Social Media verfolgen ließ, setzte sich in Nordrhein-Westfalen fort – ein Muster, das viele frustriert. Klar war: Dieses Thema wird das Team auch im neuen Jahr beschäftigen, sowohl im großen Format als auch im Update rund um die Pflegekammer NRW.

Ein zweites Baby: das Pflege-Update

Die vielleicht größte Veränderung des Jahres war eine Geburt – im übertragenen Sinn. Anfang 2021 begannen die Planungen für ein zweites Format, am 5. Juni ging die erste Folge des Pflege-Updates online. Caro und Clara stiegen über einen kleinen Bewerbungsprozess ins Team ein und liefern seitdem im Zwei-Wochen-Takt den aktuellen Nachrichtenüberblick aus Pflege und Gesundheit.

Der anfängliche Lampenfieber-Schweiß wich schnell der Routine und der Freude am Aufbereiten komplexer Themen. Genau das ist der Kern guter Wissenschaftskommunikation: Hintergründe so weit zu durchdringen, dass man sie verständlich erklären kann, statt sie nur anzureißen. Rückmeldungen zeigten, dass das Update besonders gern in Ausbildung und Pflegestudium genutzt wird – kompakte 20 Minuten, um auf dem neuesten Stand zu bleiben. Eine sinnvolle Ergänzung zu den anderthalbstündigen Tiefenbohrungen, die man eben nicht nebenbei hört, sondern bei denen man auch mal auf Pause drückt und nachdenkt.

Mit der Ausgliederung der tagesaktuellen Themen ins Update veränderte sich auch die große Übergabe: Sie sucht ihre Schwerpunkte seither bewusster und thematischer. Ein gemeinsames Highlight beider Teams war der Auftritt beim Deutschen Pflegetag in Berlin – aufwendig, durchgeschnitten bis in die Nacht, aber als Erlebnis unvergessen. Dass die Hörer:innenzahlen stetig stiegen und sich die Downloads im Jahresverlauf auf eine hohe fünfstellige Größenordnung bewegten, bestätigte: Der Bedarf an fundierter, niveauvoller Pflegekommunikation ist da.

Personen, denen man früher nur aus Studien kannte

Ein wiederkehrendes Glücksgefühl: Wenn bekannte Köpfe der Pflegelandschaft eine Anfrage annehmen, weil sie den Podcast kennen und schätzen. Menschen, deren Studien und Projektberichte man im Studium gelesen hat, sitzen plötzlich am anderen Ende der Leitung. Besonders der Austausch mit Frau Meyer über die Zwischenbilanz nach der ersten Corona-Krise blieb in Erinnerung – nicht nur wegen des Themas, sondern weil sie betonte, dass Pflege selbstbewusster werden muss, um mehr Einfluss zu gewinnen.

„Was unsere Gäst:innen leisten, ist Wahnsinn. Sie planen die Folge mit, arbeiten sich durch die Technik und gehen diesen Weg mit uns – dafür ein riesiges Dankeschön." — Eva

Genau dieser Respekt vor der investierten Zeit – von Gästen, aber auch von Familien und Freund:innen, die das Ehrenamt mittragen – schwang im gesamten Rückblick mit. Der Podcast versteht sich nicht als Bühne für Personenkult, sondern als Raum für Themen. Eingeladen sind ausdrücklich auch jene, die nicht professoral betitelt sind: Die Folge zu Klima, Pflege und Gesundheit mit David und Jessica zeigte, wie viel Engagement Menschen in ihrer Freizeit einbringen – und verdiente sich damit Wertschätzung über die Sendung hinaus.

Was 2022 auf der Agenda steht

Der Blick nach vorn fiel ideenreich aus. Ganz oben auf der Wunschliste: das Thema Ethik in der Pflege. Wer in einer Ethikkommission mitwirkt oder aus pflegerischer Sicht darüber berichten kann, ist eingeladen, sich zu melden. Eng damit verknüpft ist die Frage, welchen Einfluss Pflegefachpersonen auf ethische Entscheidungen tatsächlich haben.

Ein weiterer Schwerpunkt soll die wirtschaftliche Seite werden: Pflege und Controlling. In einem Dickicht aus Pflegepersonaluntergrenzen, der PPR 2.0 und dem Pflegebudget wird betriebswirtschaftliches Verständnis für die Profession immer wichtiger. Auch die Vorbehaltsaufgaben stehen auf der Liste – ein Thema, das die rechtliche und fachliche Eigenständigkeit der Pflege berührt und sich gut in den Diskurs um Akademisierung einfügt.

Und natürlich Corona. Trotz aller Müdigkeit gegenüber dem Dauerthema wollte das Team es nicht aus den Augen verlieren – aber mit anderem Fokus. Statt über Inzidenzen zu sprechen, ging es um die Belastung Pflegender, um Compassion Fatigue, um Trauer, Sterben und Tod in der Pandemie. Themen, über die kaum jemand spricht, die aber den Stationsalltag prägen. Ein Anliegen war auch ein Gespräch über Wissenschaftskommunikation mit einer prominenten Vertreterin des Faches, um zu verstehen, was besser werden muss, damit Berufsgruppen wie die Pflege erreicht werden – etwa bei der Frage der Impfquote unter Pflegefachpersonen.

Hinzu kamen offene Anfragen, eine bereits aufgenommene, aber noch nicht freigegebene Folge und der Wunsch nach einer weiteren Live-Aufnahme mit eingebundenen Hörer:innen-Fragen. Mit dem Wechsel an der Spitze des Bundesgesundheitsministeriums – Karl Lauterbach übernahm gerade das Amt – dürfte es jedenfalls nicht an Stoff mangeln; eine erste Einordnung bot bereits die Pflege-Update-Folge mit Christine Vogler zum neuen Gesundheitsminister.

Feedback erwünscht – und ein Dank zum Schluss

Eine klare Bitte richtete das Team an die Hörer:innen: mehr Feedback, gern konstruktiv und ehrlich, auch kritisch – solange es auf den Inhalten der Folgen beruht. Wer ein spannendes Thema hat, eine Bachelor- oder Facharbeit zu einer relevanten Frage geschrieben hat oder Ideen zur Weiterentwicklung des Formats mitbringt, darf sich melden. Transparent blieb auch der Umgang mit Einnahmen: Ein Großteil der Werbeerlöse floss nach der Hochwasserkatastrophe in Hilfsprojekte, der Rest deckt Fahrtkosten und Porto.

Am Ende stand das, was diesen Rückblick trägt: Dankbarkeit. Für ein Team, das im dritten Jahr unermüdlich Output liefert. Für Gäst:innen, die ihre Zeit schenken. Für Angehörige, die das Ehrenamt mittragen. Und für alle, die zuhören – ob aus der Pflege oder, wie ein besonders treuer Hörer, aus einem ganz anderen Berufsfeld. Wissenschaftskommunikation lebt von dieser Neugier über Fachgrenzen hinweg.

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Weiterführende Links & Shownotes

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